Weihnachtspfarrbrief 1999
St. Walburga Overath

Sakramente

Der Gewinner wird getauft

Spielerisch die Taufe vorbereiten

Samstag 14.00 Uhr:
Ich packe meine Tasche - Kaffee, Plätzchen, ein paar Autos, Duplos und noch 3 Bücher. Mit Argusaugen verfolgt mich Simon ("Hoffentlich nimmt sie nicht zuviel mit." - Manchmal legt er noch ein Buch dazu.) "Mama, nimmst du die Sachen wieder mit zur Taufkatechese?" Beim Wort Taufkatechese zucke ich jedesmal zusammen. Ich denke dabei an etwas-lernen-müssen, Abfragerei, Zeigefinger-Pädagogik.

Ebenso wie mir geht es wohl so manchen Eltern, die ihr Kind im Pfarrbüro zur Taufe anmelden. Und so finden sie sich dann auch meist etwas zögernd und reserviert ("Was mag da wohl auf uns zukommen?") um 3 im Walburga-Haus ein. Manchen ist der Streß, pünktlich zu sein, noch anzusehen - das Kind hatte noch nicht ausgeschlafen, mußte noch gefüttert und gewickelt werden und überhaupt: das alles, wo man sowieso sein Mittagstief hat und am Wochenende schönere Dinge unternehmen könnte. Da tut eine Tasse Kaffee erst mal ganz gut.

Dann wird's ernst: Seinen eigenen Namen nennen, das geht ja noch, aber den des Kindes und seine Geschichte dazu erzählen..... Einige fangen gleich an zu schmunzeln, bei anderen rauchen die Köpfe. Und dann erfährt man von Kindern, die erst im Kreissaal ihren Namen bekommen haben, weil sich endlich einer von beiden durchsetzen konnte, oder von Kindern, die tagelang namenlos blieben. Schön klingen soll er, zum Nachnamen passen und natürlich soll nicht jeder Hinz und Kunz so heißen. Manchmal standen berühmte Menschen bei der Wahl Pate: Omas, Opas und Tanten - oder auch Heilige. Den Namen zu finden, das ist gar nicht so einfach, aber offensichtlich ganz besonders wichtig! Die erste Hürde ist genommen - vielleicht wird der Nachmittag doch noch ganz nett.....

Jetzt wird es noch ernster: Es geht ans Spielen. Es wird fleißig gewürfelt (wobei manche Eltern durch die sachkundige Mithilfe ihrer neuen Familienmitglieder klar im Vorteil sind), Duplo-Männchen werden im Spielfeld versetzt und Fragekarten gezogen: "Erinnern sie sich an ihr erstes Kindergebet?" - "Warum schon Kinder taufen lassen?" - "Welche Aufgaben haben die Paten ihrer Meinung nach?" - "Welche Rolle spielte Religion in ihrer Familie?" ...

Ganz schnell sind wir so in mal heiteren, mal ernsten Gesprächen. Bis zum Ziel - dem Taufbecken von St. Walburga - hat, es ehrlich gesagt, noch keiner im letzten Jahr geschafft. Entweder wurden uns die Spielfiguren von den rechtmäßigen Spielern entwendet, oder wir sind einfach im Gespräch steckengeblieben. Letztlich konnte daher nicht nur der mögliche "Gewinner" sein Kind taufen lassen, sondern - Gnade vor Recht - alle Eltern.

Samstag 17.30:

Die meisten Eltern gehen entspannt und nach eigenem Bekunden bereichert nach Hause. Manche bleiben noch ein bißchen.
18.00 Uhr: Aufräumen. Zum Glück sind wir Katecheten (noch so ein furchtbares Wort) zu mehreren. Zu Hause kontrolliert Simon, ob alle Spielsachen wieder vollzählig zurückgekommen sind.


Nächstes Taufelterntreffen

am 16.1.2000
um 15.00 Uhr

Anfang des nächsten Jahres wollen wir uns wieder mit den Taufeltern des Jahres 1999 treffen. Zunächst ist um 15 Uhr in der Kirche eine kurze Meditation. Anschließend wollen wir im Walburga-Haus bei Kaffee, Tee, Kakao und Kuchen miteinander ins Gespräch kommen und uns über weitere Aktivitäten in der Gemeinde informieren. Für Kinderbetreuung ist gesorgt.

Die "zurück" "vor" Links der einzelnen Beiträge folgen der Reihenfolge der gedruckten Ausgabe.

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