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Katholische Kindertagesstätte
St. Walburga Overath

Ein Ort zum Leben

Unser Konzept

Vorwort

Kindertagesstätten sind Lebensräume für Kinder

Um geeignete Lebensräume für Kinder zu schaffen, müssen wir uns an dem orientieren, was Kindsein ausmacht. Hierzu einige Grundüberlegungen:

Schon immer bedeutete Kindsein das Hineinwachsen in die Welt. Und ähnlich einem Stein, den man in einen See wirft, vollzieht sich dieses Wachstum in konzentrischen Kreisen von Innen nach Außen. Mit jedem Kreis wird ein weiterer Schleier von der Welt gezogen, ent-decken Kinder etwas Neues. Sie erfahren sICH, erleben zunehmend ”Ich bin”. Wachstum ist ein ganzheitlicher Prozeß, der sich auf verschiedenen Ebenen vollzieht.

Kinder spüren, wie ihre körperlichen Möglichkeiten wachsen (körperliches Wachstum). Sie verstehen zunehmend die Welt (geistiges Wachstum). Sie begreifen sich als Teil einer Gemeinschaft (soziales Wachstum) und erleben ihre Einzigartigkeit (persönliches/individuelles Wachstum).

Lebensraum und Wachstum des Kindes stehen in Wechselwirkung zueinander und bedingen sich im Idealfall. Das heißt, der Lebensraum des Kindes wächst mit seiner Erfahrung und muß erweitert werden, je mehr der Blick des Kindes nach Außen gerichtet ist. Es gibt Faktoren, die diese ideale Kongruenz von Kindwachstum und Raumwachstum erschweren oder sogar verhindern. Dazu nur zwei von unzähligen Beispielen: Arbeitslosigkeit der Eltern bzw. auch nur eines Elternteiles engt nicht nur den finanziellen ”Spiel”-Raum ein sondern führt oft zu einer psychischen Belastung der gesamten Familie; mittlerweile wird in Deutschland jede dritte Ehe wieder geschieden, Kinder sind in diesen Trennungsprozessen enormen emotionalen Anforderungen /Überforderungen ausgesetzt. Jede dieser Belastungen bedeutet Enge, Verlust von Frei-Raum und damit auch Lebens-Raum. Zwei alltägliche Beispiele.

Lebens-Raum im übertragenen Sinn, ist all das, was einem Kind hilft, seine Entwicklungsaufgaben unter Berücksichtigung seiner individuellen Lebenssituation zu bewältigen. Diese Hilfe besteht zunächst in der Vermittlung des Gefühls von Angenommensein, Sicherheit und Geborgenheit. Nur da, wo ein Kind sich sicher aufgehoben fühlt, kann es auf Entdeckungsreise gehen und sich neuen Erfahrungen aussetzen. Die Vermittlung von Kenntnissen und Fähigkeiten gepaart mit der Ermutigung, sich neuen Aufgaben zu stellen, sind unverzichtbare Wegbegleiter in die Selbständigkeit ebenso wie adäquate Anregungen und Anreize.

Die äußere und innere Ausgestaltung einer Kindertagesstätte kann also nicht das Ergebnis unerfüllter Kinderträume von Erwachsenen sein, sie kann sich immer nur an den Kindern orientieren, die diese Einrichtung besuchen.

Kindertagesstätte St. Walburga in Overath

Wir verstehen uns als Lebensraum für Kinder in dem oben beschriebenen Sinne. Unsere Kindertagesstätte hat viele Möglichkeiten, Kinder auf ihrem Weg in die Welt zu begleiten, ja auch mit Rüstzeug zu versorgen. Ein ganzheitliches Konzept, das sich an den verschiedenen Wachstumsebenen der Kinder und deren Lebenssituation orientiert, bildet die Grundlage unseres pädagogischen Handeln und Tuns.

In der Gemeinschaft mit den Kindern leben wir unseren Glauben. Wir geben uns nicht damit zufrieden, den Kindern nur Glaubensinhalte zu vermitteln, wir wollen vielmehr ”Lebens-Räume” für Kinder schaffen, die getragen sind von Gottes Liebe. Unser Glaube soll nicht nur thematisch abgehandelt werden sondern täglich erfahrbar, ja Alltag sein. Kinder sollen in unserer Einrichtung Räume finden, sich mit Gott in Beziehung zu setzten, sich als Teil der Schöpfung, als von Gott gewolltes und geliebtes Wesen zu verstehen.

Die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Eltern und Familien der von uns betreuten Kinder ist uns ein großes Anliegen. Wir versuchen, unsere Arbeit möglichst transparent zu gestalten, sind für Hospitationen seitens der Eltern offen und gesprächsbereit. Darüber hinaus gestalten wir Feiern möglichst so, daß Eltern und Geschwisterkinder ebenfalls an ihnen teilnehmen können. Und dann wird unsere Kindertagesstätte Lebens-Raum für viele.

In einer Zeit, die mit ihren Begleiterscheinungen die Entfaltungsmöglichkeiten von Kindern immer weiter einschränkt, hat die Kirchengemeinde St. Walburga ein klares Zeichen gesetzt. Mit der Kindertagesstätte St. Walburga ist neuer Lebens-Raum geschaffen.

Danke.

Heidi Krüger, Leiterin

(aus der Festschrift zur feierlichen Einweihung des Pfarrzentrums St. Walburga durch Joachim Kardinal Meisner am 24. Mai 1997)


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