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Katholische Kindertagesstätte
St. Walburga Overath

Ein Ort zum Leben

Unser Konzept

3. Unsere pädagogische Arbeit

In diesem Abschnitt unserer Konzeption wollen wir Sie über unseren pädagogischen Alltag informieren. Zuvor gibt es jedoch noch einen kleinen Ausflug in die der Praxis zugrundeliegende Theorie.

3.1. Der situationsorientierte Ansatz

In unserer Kindertagesstätte arbeiten wir nach dem "situationsorientierten Ansatz in der sozialpädagogischen Praxis". "Situation" ist all das, was die Kinder in ihrem Alltag erleben und erfahren, was sie also innerlich beschäftigt. In unserer pädagogischen Arbeit orientieren wir uns daran, d.h. wir machen die Themen der Kinder zu Themen unserer Arbeit. So können die Kinder Fähigkeiten und Fertigkeiten erwerben bzw. ausbauen.

Kernstück des situationsorientierten Ansatzes ist die Projektarbeit. "Ein Projekt ist eine Handlungs- und Erfahrungsaktivität, die den Kindern die Möglichkeit gibt, sich mit sich selbst, anderen Menschen und Gegenständen auseinanderzusetzen. Dabei berücksichtigt ein Projekt die inneren Lebensthemen der Kinder und macht diese zum Ausgangspunkt der Arbeit." (Armin Krenz)

Die Impulse für unsere inhaltliche Arbeit gehen also von den Kindern aus. Unsere erste Aufgabe liegt demnach in der detaillierten Beobachtung der Kinder. Dabei interessiert uns:

  • Wie und was spielt das Kind?

  • Wovon erzählt es?

  • Wie und was malt das Kind?

  • Wie bewegt/verhält es sich in der Gruppe?

  • Was berichten uns die Eltern von ihrem Kind?

All diese Informationen tragen wir zusammen, um uns dem zu nähern, was man den "Lebensplan" des Kindes nennt. Darunter versteht man die Bündelung bestimmter Ausdrucksformen zum Zwecke der Selbstfindung, des Identitätsauf- und ausbaus, dem Erlangen von Sicherheit und Zufriedenheit, dem Zeigen von Handlungsaktivität und der Selbst- und Fremdwertschätzung.

Stellen wir eine Häufung von gleichen oder ähnlichen Lebensplänen bei mindestens der Hälfte der Kinder fest, so sprechen wir unsere Beobachtungen auf der nächsten Kinderkonferenz an. Kinderkonferenzen finden in der Regel einmal wöchentlich unter freiwilliger Teilnahme der Kinder statt. Sie sind Gelegenheiten, bei denen Kinder und pädagogische Mitarbeiterinnen über Regeln und Veränderungen in der Gruppe sprechen können und bei denen auch Beschlüsse unter demokratischen Gesichtspunkten gefaßt werden. Kinder können hier direkt und unmittelbar ihren Alltag in der Kindertagesstätte mitbestimmen. Im Rahmen der Projektthemenfindung werden sprechen wir die Kinder direkt auf unsere vorher gemachten Beobachtungen an, und fragen sie nach weiteren Erfahrungen mit diesem Thema. Die Reaktion der Kinder entscheidet über Annahme oder Ablehnung des Themas. Fällt die Reaktion stark aus, d.h. berichten die Kinder von weiteren Erfahrungen und kommt ein lebendiges Gespräch zustande, so ist das Projektthema gefunden.

Es werden nun in einem nächsten Schritt einzelne Vorhaben zu diesem Thema entworfen. Die Vorschläge hierzu kommen sowohl von den Mitarbeiterinnen als auch von den Kindern.

Durchgeführt werden diese Vorhaben nach dem Prinzip der offenen Planung (d.h. aktuelle Ereignisse finden Berücksichtigung). Die Eltern können sich auf den Wochenrückblick-Plakaten über die Aktivitäten informieren.

Ein Projekt endet dann, wenn es von den Kindern "ausgeschöpft" ist.

So viel Theorie! Aber wie sieht das in der Praxis aus? Ein Beispielprojekt.

Gruppenübergreifende Aspekte in unserer Arbeit

  • Das Freispiel
    Die Kinder können am Vormittag die Gruppe wechseln. Sie müssen den Wechsel, soweit es ihnen möglich ist, selbst organisieren, d.h. sie müssen eine Betreuerin der Besuchsgruppe fragen und sich bei einer Mitarbeiterin der eigenen Gruppe abmelden. Beim Besuch müssen sich die Kinder den Regeln der jeweiligen Gruppe anpassen.
    Jeweils zwei Kinder aus jeder Gruppe dürfen im Flur spielen. Bevor sie den Flur aufsuchen, müssen sie sich natürlich abmelden, und bei Beendigung des Spieles müssen sie aufräumen.
    Zwei bis drei Kinder können in der Küche bei der Essenszubereitung helfen.

  • Das Kindercafe
    Wir praktizieren in unserer Einrichtung das sogenannte "gleitende Frühstück", d.h. die Kinder legen den Zeitpunkt ihres Frühstücks innerhalb eines vorgegebenen Rahmens selber fest. Sie suchen dann mit ihrem von Zuhause mitgebrachten Frühstück unser Kinderbistro auf, treffen dort auf Kinder anderer Gruppen und frühstücken gemeinsam. Das Frühstück wird halbstündig wechselnd von Mitarbeiterinnen beaufsichtigt.

  • Die Bewegungsbaustelle
    Die zweimal wöchentlich stattfindende Bewegungsbaustelle richtet sich an drei bis fünf Kinder aus jeder Gruppe. Im Mehrzweckraum einigen sich die Kinder zu-nächst über ein Bewegungsthema, sie können frei das bewegliche Material für ihr Thema einsetzen. Die entstehenden Bewegungsräume sind jedesmal neu und richten sich nach den Bedürfnissen der Gestalter. Die Bewegungsbaustelle wird jeweils von einer Mitarbeiterin begleitet

  • Die Rabengruppe
    Die Rabengruppe setzt sich gruppenübergreifend aus den Kindern zusammen, die im jeweils nächsten Sommer in die Schule wechseln. Es finden gemeinsame Aktivitäten statt, die vom Rabenteam (ebenfalls gruppenübergreifend zusammengesetzt) mit den Kindern vorbereitet werden. Die Gruppe trifft sich zu einem festen Termin einmal wöchentlich. Sinn dieser Gruppe ist es, den Kindern das letzte Kindergartenjahr ganz besonders zu gestalten. Auch Ausflüge gehören dazu

  • Das Außengelände
    Sobald mehr als eine Gruppe das Außengelände nutzt, ergeben sich gruppenübergreifende Spielgemeinschaften.

  • Projektwochen
    Mehrmals im Jahr finden Projektwochen mit einem Thema für die gesamte Einrichtung statt. Die Kinder können sich frei, d.h. ohne Rücksicht auf die Gruppenzugehörigkeit, Angeboten und Aktivitäten zuordnen

  • Angebote am Nachmittag
    Jeden Nachmittag gibt es ein besonderes Angebot, an dem Kinder aus allen Gruppen teilnehmen können. Rechtzeitig werden Teilnehmerlisten ausgehängt, in die sich die Kinder (in der Regel über die Eltern) eintragen können.
    Die sog. Restgruppe setzt sich gruppenübergreifend aus den Kindern zusammen, die den Nachmittag im Freispiel verbringen wollen.

  • Karneval und andere große Festlichkeiten
    Die Kinder suchen das Karnevalsmotto aus. Die Vorbereitung der Festivitäten geschieht gruppenübergreifend. An den Karnevalstagen selbst können sich die Kinder frei im gesamten Haus aufhalten.
    Wir feiern die Feste wie sie fallen, deshalb entscheidet der jeweilige Anlaß darüber, ob die Familien der Kinder mit einbezogen werden.

Das Freispiel

Das Freispiel nimmt in unserem Alltag einen großen Raum ein. Im Freispiel können die Kinder selbst entscheiden, mit wem, wo, wie lange und womit sie spielen. Bezugnehmend auf die Projektarbeit finden die pädagogischen Mitarbeiterinnen im Freispiel der Kinder ein gutes Beobachtungsfeld vor, denn hier finden die Themen der Kinder ihren Ausdruck. Hier stellen die Kinder auch Können unter Beweis und verarbeiten (vor allem im Rollenspiel) ihre Erlebnisse und Erfahrungen.Freispiel der Kinder

Den Kindern stehen verschiedene Freispielmöglichkeiten zur Verfügung. In den Gruppenräumlichkeiten gibt es Puppen-, Bau-, und Kreativecken, doch auch ein Wasch- oder Abstellraum kann zur Spiellandschaft werden. Die Eingangshalle bietet einer begrenzten Anzahl Kinder die Möglichkeit zur Begegnung und zum Spiel, ebenso der Mehrzweckraum. Auch das Außengelände mit festem und beweglichen Material bietet reichlich Gelegenheit, Phantasie und Spielfreude auszuleben.Freispiel der Kinder

Freispiel stellt ein unerläßliches Element in der Kindergartenpädagogik dar. In ihm können Kinder lernen Entscheidungen zu treffen und dadurch selbständiger und selbstbewußter zu werden aber ebenso sich selbst als Teil einer Gemeinschaft mit Grenzen und Regeln zu begreifen.

Ein Wort zur Vorschulerziehung

Immer wieder gerät der Begriff der "Vorschulerziehung" in die Schlagzeilen. Er ist umstritten, in Pädagogenkreisen verpönt und unseres Erachtens gründlich mißverstanden. Wir verstehen "Vorschulerziehung" einfach als den erzieherischen Einfluß, der dem Kind zuteil wird, bevor es in die Schule aufgenommen wird. In diesem Sinne ist unser ganze Tätigkeit Vorschulerziehung. Als Kindertageseinrichtung haben wir einen eigenständigen, von der Schule unabhängigen Bildungsauftrag. Eine Vorbereitung auf die Schule mit Still-Sitzübungen oder Ausfüllen von Arbeitsblättern gehört eindeutig nicht zu unserem Bildungsauftrag. Wir möchten vielmehr die natürliche Neugier und Lernmotivation, die unserer Meinung nach die beste Vorbereitung auf die Schule ist, erhalten.

Wie weiter oben schon angedeutet, gibt es in unserer Einrichtung die sog. Rabengruppe. Was wir darunter verstehen erläutert ein Ausschnitt aus einem Elternbrief:

Was läuft inhaltlich in der "Vorschul-AG"?

Wir verstehen uns nicht als Vorschule, die ihre Aufgabe darin sieht, Kinder für die Schule fit zu machen. Wir wollen Kindern Räume bieten, in denen sie sich ihrem Entwicklungsstand entsprechend ausleben können. Neben dem Bedürfnis nach Spielen in der Gemeinschaft mit Gleichaltrigen wächst der Wunsch der Kinder, Neues zu erfahren und zu entdecken und Zusammenhänge zu begreifen. Wir wollen diesen Bedürfnissen Rechnung tragen, indem wir die Wünsche der Kinder in unsere AG-Arbeit einfließen lassen.

Im Sinne des situationsorientierten Ansatzes werden Kinder bei uns nicht in erster Linie kognitiv durch reine Wissensvermittlung gefördert, sondern sie sollen bei uns die Möglichkeit erhalten, ihre Grundlagen des kognitiven Lernens erweitern. "Der spätere Erfolg des schulischen Lernens hängt davon ab, ...wie intensiv Kinder Neugierde und Motivation zur Verfügung haben, Spaß am Lernen zu entfalten" (Krenz, 1991). Wir wollen daher in den Kindern die Neugierde auf das Leben wecken / erhalten. Wir wollen mit den Kindern nach ihren Interessen aktiv sein, ihnen Impulse geben, sie mit viel Spaß durch das letzte Jahr begleiten. Da es uns außerordentlich wichtig ist, die Wünsche der Kinder zu berücksichtigen, können wir an dieser Stelle keine Inhaltsangabe der AG anbieten. Sie werden jedoch laufend über die Arbeit in den AGs über das "Rabenbrett" informiert.

Wir freuen uns, ihre Kinder durch das letzte Kindergartenjahr zu begleiten und würden uns über Anregungen / Rückmeldungen Ihrerseits sehr freuen.

Betreuung der Schulkinder

Kinder der großen altersgemischten GruppeIn unserer Großen altersgemischten Gruppe können Schulkinder

  • vor und nach der Schule eine sichere Anlaufstelle finden.

  • mittagessen.

  • ihre Hausaufgaben mit Begleitung erledigen.

  • mitbestimmen (Hortkonferenz, s.a. Kinderkonferenz).

  • Mitarbeiterinnen antreffen, die ihnen partnerschaftlich zur Seite stehen.

  • Unterstützung auf ihrem Weg in die Selbständigkeit erleben.

  • zwar keine "Heile-Welt" aber einen geschützten Raum erfahren.

  • Freundschaften schließen.

  • uch Freunde mitbringen.

  • miteinander spielen, werken, singen, basteln, streiten, feiern, lachen....  

3.2. Unser religionspädagogischer Ansatz

Kreuz in der KindertagesstätteWie Sie im Vorwort unserer Konzeption lesen konnten, verstehen wir uns als Lebensraum für Kinder. In der Gemeinschaft mit den uns anvertrauten Kindern leben wir unseren Glauben. Wir geben uns nicht damit zufrieden, den Kindern nur Glaubensinhalte zu vermitteln, wir wollen vielmehr "Lebens-Räume" für Kinder schaffen, die getragen sind von Gottes Liebe. Unser Glaube soll nicht nur thematisch abgehandelt werden, sondern täglich erfahrbar, Alltag sein. Es ist uns wichtig, Kindern in unserer Einrichtung Räume zu bieten, in denen sie sich mit Gott in Beziehung setzen, sich als Teil der Schöpfung, als von Gott gewolltes und geliebtes Wesen erfahren können.

Zum Beispiel:

  • Im gemeinsamen Gebet tragen wir das, was uns beschäftigt, vor Gott.

  • Im gemeinsamen Lied loben und danken wir Gott.

  • Wir feiern Gott in Gottesdiensten.

  • Wir sprechen über Gott, über Jesus. In unseren Projekten suchen wir nach parallelen Themen in der Bibel.

  • Den Kindern stehen religiöse Bilderbücher im Freispiel zur Verfügung.

3.3. Feste und Feiern

Wir feiern die Feste, wie sie fallen. Eltern werden, je nach Anlaß, in die Festgestaltung mit einbezogen.

  • Die Geburtstage der Mitarbeiterinnen feiern wir mit allen Kindern im Mehr-zweckraum. Jedes Kind ist eingeladen, an diesem Tag eine Blume mitzubringen und dem "Geburtstagskind" bei der Feier zu überreichen.

  • Erntedank begehen wir mit einem Kinder- und Familiengottesdienst für die ganze Pfarrgemeinde.

  • St. Martin laden wir die Familien unserer Kinder zu einem großen Fest ein.

  • Sankt NikolausSt. Nikolaus findet eine Feier in der Kindertagesstätte nur für unsere Kinder statt.

  • Im Advent finden gruppeninterne Adventfeiern statt.

  • Der Karnevalsprinz in der KindertagesstätteAn Karneval herrscht auch in unserer Einrichtung der jecke Ausnahmezustand. Party auf allen Rängen, sogar Prinz und Prinzessin mit Elferrat lassen es sich nicht nehmen an Weiberfastnacht bei uns `reinzuschauen.

  • Den Abschluß eines jeden Kindergartenjahres bildet unser Sommerfest. Wir starten mit einer Kinder- und Familienmesse für die ganze Pfarrgemeinde, anschließend feiern wir auf dem Kindertagesstätten-Gelände unter wechselndem Motto.

Hier ein Beispiel:für eine besondere Festgestaltung


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