Statue der Heiligen Walburga in der Pfarrkirche in Overath

Die Heilige Walburga

Namenspatronin der Pfarrgemeinde

Diese Website führt den Namen der Heiligen Walburga. Unser Anliegen ist daher, die Informationen zu unserer Namenspatronin hier zusammen zutragen.

Korrekturen, Ergänzungen und weitere Hinweise bitte an die Redaktion.

Lebenslauf der Heiligen Walburga

um 710

Geboren in der südenglischen Grafschaft Dorset, die zum angelsächsichen Königreich Wessex gehörte.

Vater

Richard vermutlich adelig; Besitzer ausgedehnten Ländereien

Mutter

Helige Wunna, Schwester des Hl. Bonifatius
Gedenktag: 7. Februar.

Geschwister

Fünf, die bekanntesten sind ihre Brüder Willibald und Wunibald

700

Willibald geboren

701

Wunibald geboren

720

Richard pilgert mit den beiden Söhnen Willibald und Wunibald nach Rom. Er stirbt in Lucca in der Toskana und wird dort begraben.
115o wird er heilig gesprochen.
Gedenktag: 7. Februar
Willibald pilgert allein nach Palästina und Konstantinopel weiter.

729

Willibald beteiligt sich am Wiederaufbau des Benediktinerklosters Montecassino.
741 wird er zum Bischof ernannt.
741-787 Bischof von Eichstätt.
Gedenktag: 7. Juli.

738

Wunibald wird von Bonifatius zur Missionierung nach Thüringen und Bayern gerufen.

751

gründet Wunibald ein Benediktinerkloster in Heidenheim und leitet es bis zu seinem Tode 761. Als sein Bruder Willibald 777 seinen Leib erhob, war dieser vollkommen unversehrt.
Gedenktag: 15.12.
Da Bonifatius mit 7 Jahren, einer von Walburgas Brüdern mit 5 Jahren und eine Verwandte Lioba (spätere Äbtissin von Tauberbischofsheim) in früher Kindheit in ein Kloster gegeben wurden, wird angenommen, daß Walburga ebenfalls sehr jung vermutlich in das Doppelkloster Wimborn - Hauskloster der Königs von Wessex gegeben wurde. So hat Walburga ihre Jugend in einem Kloster verbracht, das nicht nur durch die Härte seiner asketischen Disziplin glänzte, sondern auch offen war für das angelsächsische Geistesleben (griechische und römische Literatur).

727

Walburgas Bruder Wunibald, der sich zu dieser Zeit auf der britischen Insel aufhielt, gab wohl den Anstoß zu Walburgas Wirken in Germanien. - Es gibt nur spärliche Hinweise auf ihre dortige Tätigkeit. Bevor sie - nach dem Todes ihres Bruders Wunibald - das Kloster Heidenheim übernahm, nimmt man an, daß sie im Kloster Tauberbischofsheim, geleitet von ihrer Verwandten Lioba, weilte.

754

Tod ihres Onkels Bonifazius auf Dokkum in Friesland
Bonifazius gilt als der Missionar Germaniens.

761

Nach der "Vita Wynnebaldi" gilt es als sicher, daß Walburga das 751 von Wunibald gegründete Männerkloster in Heidenheim übernahm und es nach Gründung eines Frauenklosters zu einem Doppelkloster erweiterte. Zu den ersten Ordensfrauen zählte gewiss Hugeburc, eine Verwandte Walburgas, die sich selbst als die Jüngste der angelsächsischen Nonnen bezeichnete. Sie hat eine "Vita" über Walburga geschrieben.
Nach dem Tode der Heidenheimer Äbtissin fiel das Benediktiner-Doppelkloster an den Bischof von Eichstätt, nämlich ihren Bruder Willibald, zurück.

779

Wann Sankt Walburgas starb, wissen wir nicht. Sie muß aber 777 noch gelebt haben, da sie der Erhebung der Gebeine ihres Bruders Wunibald beigewohnt hat. - Falls man der Eichstätter Klostertradition Glauben schenkt, nach der die Hl. Walburga am 25. Februar, und zwar an einem Donnerstag verschieden sein soll, kämen als Todesjahr 779 oder 780 in Betracht
Verschiedene Gründe geben dem Jahr 779 den Vorzug. Sie ist also etwa 7o Jahre alt geworden.

Der Gedenktag der Hlg. Walburga ist der 25. Februar ihr vermutlicher Todestag

Nach ihrem Tode fand ihre Person wenig Beachtung, was durch die Auflösung des Klosters zu erklären ist. - Sie soll um 88o dem Bischof Otgar von Eichstätt erschienen sein und sich beklagt haben, daß sie von den "schmutzigen Füßen der Werksleute täglich getreten werde".
Nach dem Chronisten Wolfhard war es ein Zufall, der zur Entstehung des Walburga-Kultes beigetragen hat. Es war der Einsturz der nördlichen Kirchenmauer, der Bischof Otgar veranlaßte, Walburgas Gebeine zu erheben und sie feierlich an einem 21 . September nach Eichstätt in die Kreuzkirche - die später Benediktinerinnen-Abtei wurde - zu überführen. Mit der Elevation und Translation der Gebeine wurde ihre Heiligsprechung vollzogen und damit der eigentliche Grund zur Verehrung gelegt. Er strahlte weit in den "orbis christianus" aus.

787

am 7. Juli starb als letzter der 3 angelsächsischen Geschwister Willibald, der erste Bischof von Eichstät.

Bedeutung der Hlg. Walburga

Walburga ist mit ihrem Onkel Bonifatius eine der Schlüsselfiguren der christlichen Frühzeit des Frankenreiches und eine Persönlichkeit der sakralen Politik und Gesellschaft des abendländischen Mittelalters. Eine Ballung der Verehrungsorte findet man im nördlichen West- und Mitteleuropa. In Deutschland, Österreich, Südtirol, der Schweiz, der Niederlande, Belgien und im Norden Frankreichs häufen sich die Patroninnen und Reliquienstätten der Heiligen. Hier galt sie als Schutzheilige gegen die Normannengefahr des 9. und 10. Jahrhunderts.

Die kulturfördernde Rolle wird immer von Benediktinerorden, Bischöfen und Adeligen übernommen. Die neuentdeckte Benediktiner-Heilige trug zu neuem Ruhm bei. Bischof Anno II. von Köln, der Politiker zwischen Kaiser und Papst, förderte den Walburgakult.

vor 1069

Überführte Bischof Anno die Hirnschale und den Reisestab der Heiligen in das Kloster Walberberg (bei Bonn). Sie werden bis heute in der dortigen Pfarrkirche verehrt. Die Adelsgeschlechter machten Walburga zur Hausheiligen. Später galt sie auch als Schutzheilige gegen wikingische Piratenhaufen, die meist von Rheindelta aus Frankreich, Flandern und die Niederlande terrorisierten.

Im Spätmittelalter, als Seuchen und Unterernährung verbreitet waren, wurde die Heidenheimer Äbtissin zur Nothelfer- und Spitalheiligen, wozu das auch heute noch zu bestimmten Zeiten an ihrem Schrein sich bildende sog. "Walburga-Öl" beitrug. Wie das gesamte Wallfahrts- und Reliquienwesen am Ausgang des Mittelalters eine wuchernde Blüte zeigte, so stieg auch der Walburgakult, der bis zum heutigen Tage seine Bedeutung behalten hat.

Quelle

Entnommen der einzigen wissenschaftlichen Arbeit über die Heilige Walburga in "Eichstätter Studien".
Herausgegeben von der Kirchlichen Theologischen Hochschule in Bayern, Sitz Eichstätt.
„Mittelalterliche Heiligenverehrung - Heilige Walpurgis"
von Hermann Holzbauer

Zusammenfassung von Gerhard Scholz

Ausführliche Informationen über die Heilige Walburga und nach ihr benannte Kirchen und Ordensgemeinschaften im Internet


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