Haltung, Gehalten, Halten

Christiane Tyrell

Haltungen

Ausstellung mit Begleitprogramm
in der
Pfarrkirche St. Walburga
, Overath

Christiane Tyrell

Die 1952 geborene Künstlerin studierte Bildhauerei
an den Kunsthochschulen Braunschweig und Berlin.

Durch mehrere Reisen in ärmere Länder in den 90er Jahren hat sie ihren Blick geschärft
für's Handwerk und für die enge Beziehung zwischen Mensch und Ding.
Gefundene Gegenstände werden in die Arbeiten integriert.

Was ist ein Ding, wasmacht ein Ding aus,
im Gegensatz oder als Gegenüber zum Menschen,
wie sieht die Beziehung aus zwischen Mensch und Ding?
Macht ein plastischer Körper, alsTeil einer Arbeit, die Kunst kraftvoller,
heute in unserer allgegenwärtigen virtuellen Welt?

“Heute interessieren mich menschliche Haltungen.
Jedermann ist in der Lage, innerhalb kürzester Zeit zahllose Fotos zu schießen.
Man überfliegt sie am PC, verändert und manipuliert. Man macht sich seine Bilder zurecht.
Die plastisch modellierte Figur ist diese eine, so gemeinte, authentische.
Ihre Aussage ist nicht veränderbar.•

Temporäre, ortsgebundene Projekte fordern Christiane Tyrell heraus
die gegebene Besonderheit des Ortes aufzunehmen,
zu nutzen, zu ergänzen, zu spiegeln, zu bereichern.


Ausstellungseröffnung

Freitag, 6. März 2009
19.30 Uhr

mit
Christiane Tyrell
und
Manfred Erwe

Der Schauspieler und Moderator Manfred Erwe aus Overat
liest zu den ausgestellten Objekten Texte,
die einen weiteren Zugang zu den Werken eröffnen.

Musikalische Gestaltung
Claus Schürkämper
Pfarrkirche St. Walburga
Overath


Begleitveranstaltungen

in der Pfarrkirche St. Walburga, Overath

Es gibt keinen echten Ökumenismus ohne innere Bekehrung (2. Vat.)

Zur geistlichen Haltung der ökumenischen Bewegung
Dr. Tim Lindfeld, Theologe
Di. 10. März 2009 19.30 Uhr

Haltung – meine Haltung zu mir selbst - sich selbst vergeben können

Pfr. Karl-Ulrich Büscher
Di. 17. März 2009 19.30 Uhr

Öffnungszeiten

6. bis 31. März
Mittwoch 16 – 18 Uhr
vor und nach den Gottesdiensten
und nach Vereinbarung (Tel. 02206-2262)


V e r a n s t a l t e r

Katholisches Bildungsforum
im Rheinisch-Bergischen Kreis
Laurentiusstr. 4-12,
51465 Bergisch Gladbach
Tel.: 02202-9363931

Katholische Pfarrgemeinde St. Walburga
Ferrenberg 3
51491 Overath
Tel. 02206-2262


Flyer zur Austellung

Den Flyer zur Ausstellung können sie als pdf File hier herunterladen.

Die Homepage von Frau Christiane Tyrell finden sie unter: www.christiane-tyrell.de


Die Ausstellung in unserer Pfarrkirche in Bildern und Texten

Gehen

Gehen


Hape Kerkelings Buch über seine Reise auf dem
Jakobsweg ist mit einer Auflage von 2,7 Millionen
das bisher meistverkaufte deutsche Sachbuch.
Deutsche Pilger eifern in Scharen dem prominenten
Trendsetter nach. Das Beten mit den Füßen ist
zum Volkssport geworden, bietet aber noch immer
Besinnlichkeit und berührende Begegnungen.


Und er beschreibt sehr anschaulich eine Situation:
„Santiago de Compostela – Vor einem Jahr konnte sie kaum laufen. Nach einem
schweren Fahrradunfall wäre Rosi Brüggenwerth aus Schwerte fast gestorben.
Jetzt will sie wieder ihren Körper spüren. Schritt für Schritt geht die 60jährige
Frau, bis sie nur noch den Takt der eigenen Füße fühlt. "Das Ziel zieht", sagt sie.
Auf dem Rücken ein acht Kilo schwerer Rucksack, an dem eine Jakobsmuschel
baumelt, das Erkennungszeichen der Pilger.
Am Ende wird sie etwa eine Million Schritte gegangen sein. Das sind rund 700
Kilometer von Pamplona bis Santiago de Compostela, bis zum Grab des
Apostels Jakob. Rosi will sehen, was mit ihr in dem Monat passiert. Am Anfang
ist die Motivation. Das Gefühl, angekommen zu sein, soll folgen. Dazwischen
liegt ein Weg. (…) Und der Weg stellt jedem nur eine Frage: Wer bist du?“


Quelle: Hape Kerkeling, Ich bin dann mal weg, Meine Reise auf dem Jakobsweg, Piper Verlag
2006

Gesetzestafeln

Gesetzestafeln


Dieser Bildstock kommt uns wohl sehr bekannt vor:
Sonderangebote, Preisnachlässe, Prozente, Versprechungen
und Ausverkauf so weit das Auge reicht. Wie
oft lassen wir uns blenden, glauben, dass wir mit billigen
Produkten einen Mehrwert haben?! Wir laufen den
Angeboten hinterher, manchmal sogar 7 Tage die Woche.
Und: ist es die Sache wert? Oder ist das der
Anfang unseres geistigen und moralischen Ausverkaufs?
Aber die heutige Tatsache scheint nicht neu,
wenn wir die Gesetzestafeln dagegen setzen:


1Dann redete Gott. Er sprach: 2"Ich bin der Herr, dein Gott; ich habe dich aus der
Sklaverei in Ägypten befreit. 3Du sollst außer mir keine anderen Götter verehren!
4Fertige dir keine Götzenstatue an, auch kein Abbild von irgendetwas am
Himmel, auf der Erde oder im Meer.
5Wirf dich nicht vor solchen Götterfiguren nieder, bring ihnen keine Opfer dar!
Denn ich bin der Herr, dein Gott. Ich dulde keinen neben mir! Wer mich
verachtet, den werde ich bestrafen. Sogar seine Kinder, Enkel und Urenkel
werden die Folgen spüren!
6Doch denen, die mich lieben und sich an meine Gebote halten, bin ich gnädig.
Über Tausende von Generationen werden auch ihre Nachkommen meine Liebe
erfahren.
7Du sollst meinen Namen nicht missbrauchen, denn ich bin der Herr, dein Gott!
Ich lasse keinen ungestraft, der das tut!
8Achte den Sabbat als einen Tag, der mir allein geweiht ist!
9Sechs Tage sollst du deine Arbeit verrichten, 10aber der siebte Tag ist ein
Ruhetag, der mir, dem Herrn, deinem Gott, gehört. An diesem Tag sollst du nicht
arbeiten, weder du noch deine Kinder, weder dein Knecht noch deine Magd,
auch nicht deine Tiere oder der Fremde, der bei dir lebt. 11Denn in sechs Tagen
habe ich, der Herr, den Himmel, die Erde und das Meer geschaffen und alles,
was lebt. Aber am siebten Tag ruhte ich. Darum habe ich den Sabbat gesegnet
und für heilig erklärt.
12Ehre deinen Vater und deine Mutter, dann wirst du lange in dem Land leben,
das ich, der Herr, dein Gott, dir gebe.
13Du sollst nicht töten!
14Du sollst nicht die Ehe brechen!
15Du sollst nicht stehlen!
16Sag nichts Unwahres über deinen Mitmenschen!
17Begehre nicht, was deinem Mitmenschen gehört: weder sein Haus noch seine
Frau, seinen Knecht oder seine Magd, Rinder oder Esel oder irgend etwas
anderes, was ihm gehört."


Quelle: Die Zehn Gebote, 2. Buch Mose, Kapitel 20, Verse 1 bis

Uhrenkasten

Uhrenkasten


Versöhnung: Dazu ist es nie zu spät.


Die Sonne am Himmel unseres gemeinsamen Lebens wird verdunkelt
durch Wolken von Misstrauen,
durch den Nebel von Unredlichkeit, Verdächtigung und Verstellung,
durch die Nacht von Wut und Hass.
Die Sonne in unserem Leben wird durch die Mauern blockiert,
die wir hochgezogen haben zwischen den Menschen:
unsichtbare, unheimliche Mauern
in unserer eigenen Wohnung, in unserem engsten Familienkreis.
Unerbittlich halten wir die Türen vor denen verschlossen,
die wir nicht mehr sehen wollen.
Versöhnung: die einzige Hand, die die Wolken geduldig verdrängt.
Versöhnung: das erste Licht am Morgen, das die Nacht allmählich vertreibt.
Versöhnung: der Schlüssel, der undurchdringliche Türen endlich wieder öffnet.
Versöhnung: das Uhrwerk unseres Lebens, das langsam und beständig
aus Feinden Freunde macht.
Versöhnung: Mensch, nutze deine Zeit.


Text: Phil Bosmans
geb. 1922 in der Provinz Limburg.
Belgischer katholischer Ordenspriester,
Verfasser geistlicher Schriften und Telefonseelsorger
Quelle: Phil Bosmans, Ja zu Leben, Verlag Herder
Wie Du

Wie Du und Ich

Wie Du und Ich

Und Gott sprach:
“Lasset uns Menschen machen, ein Bild (tselem), das uns
gleich sei, die da herrschen über die Fische im Meer und
über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und
über alle Tiere des Feldes und über alles Gewürm, das
auf Erden kriecht.“ (1. Mose 1,26)


Und im Buch Genesis heißt es: „Gott schuf den Menschen nach seinem Bilde, zum
Bilde Gottes schuf er ihn…“
Man kann sagen, dass dieser Bibelsatz in hohem Grade unser Selbstbewusstsein
gebildet, unser Selbstvertrauen geprägt und unsere Selbstakzeptanz gestärkt hat.
Durch diese Worte erfahren wir, dass wir nicht so sind wie alle anderen Wesen um
uns. Wir sind dem Schöpfer ähnlich.
Aber oft, wenn wir beobachten, was um uns in der Natur, aber auch in der
Gesellschaft passiert, fragen wir uns, worin diese Ähnlichkeit besteht. Was kann mit
diesen Bibelworten gemeint sein? Ist der Mensch wie Gott, sieht er wie Gott aus?
Was sind die Eigenschaften, die im Menschen gottähnlich erscheinen?
Als Fazit kann man sagen, dass, wenn man sich über Gott, Mensch und Natur
Gedanken macht, es nicht zu übersehen ist, dass der Mensch ein Wesen ist, das in
zwei Welten steht. Einerseits ist er mit allen anderen lebendigen Wesen verwandt.
Mit seinem Körper steht er fest in der Natur. Andererseits glüht in ihm der Funke
Gottes, was ihn gottähnlich macht.
Das Göttliche im Menschen äußert sich in den zwei wichtigsten menschlichen
Eigenschaften, die im Prinzip göttlich sind, aber bei uns Menschen nicht in der
Masse ausgeprägt sind, wie es beim Schöpfer Gott der Fall ist.
Diese zwei Eigenschaften sind die Fähigkeit zur schöpferischen Tätigkeit und die
Fähigkeit zur freien, aber verantwortungsvollen Wahl. Gerade diese zwei Eigenschaften
machen den Menschen zum Ebenbild Gottes.
Und die Tatsache, dass Gott den Menschen nach seinem Ebenbild geschaffen hat,
soll uns mit Stolz und Würde erfüllen und uns – wie diese Figur hier – die Lust
verleihen, uns so zu zeigen wie wir sind. Denn Gott hat uns Menschen nach seinem
Ebenbild geschaffen. Und deshalb sind vor Gott alle Menschen gleich!


Text: Manfred Erwe, www.erwe.tv

Zuneigung

Zuneigung


Ich zeige euch jetzt noch einen anderen Weg,
einen, der alles übersteigt:


Wenn ich in den Sprachen der Menschen und Engel redete, hätte aber die Liebe
nicht, wäre ich dröhnendes Erz oder eine lärmende Pauke.
Und wenn ich prophetisch reden könnte und alle Geheimnisse wüsste und alle
Erkenntnis hätte; wenn ich alle Glaubenskraft besäße und Berge damit versetzen
könnte, hätte aber die Liebe nicht, wäre ich nichts.
Und wenn ich meine ganze Habe verschenkte, und wenn ich meinen Leib dem
Feuer übergäbe, hätte aber die Liebe nicht, nützte es mir nichts.
Die Liebe ist langmütig, die Liebe ist gütig. Sie ereifert sich nicht, sie prahlt nicht,
sie bläht sich nicht auf.
Sie handelt nicht ungehörig, sucht nicht ihren Vorteil, lässt sich nicht zum Zorn
reizen, trägt das Böse nicht nach.
Sie freut sich nicht über das Unrecht, sondern freut sich an der Wahrheit.
Sie erträgt alles, glaubt alles, hofft alles, hält allem stand.
Die Liebe hört niemals auf. Prophetisches Reden hat ein Ende, Zungenrede
verstummt, Erkenntnis vergeht.
Denn Stückwerk ist unser Erkennen, Stückwerk unser prophetisches Reden;
wenn aber das Vollendete kommt, vergeht alles Stückwerk.
Als ich ein Kind war, redete ich wie ein Kind, dachte wie ein Kind und urteilte wie
ein Kind. Als ich ein Mann wurde, legte ich ab, was Kind an mir war.
Jetzt schauen wir in einen Spiegel und sehen nur rätselhafte Umrisse, dann aber
schauen wir von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich unvollkommen, dann
aber werde ich durch und durch erkennen, so wie ich auch durch und durch
erkannt worden bin.
Für jetzt bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; doch am größten unter
ihnen ist die Liebe.


Quelle: 1 Kor 12, 31b-13,13 Das Hohelied der Liebe

Hand vor dem Altar in der alten KircheHand

Hand


Wir schreiben das Jahr 1986: Mit dem
Sieg der argentinischen Mannschaft trug
eine intuitive, von Phantasie, Ballbeherrschung
und Schnelligkeit geprägte Fußballschule
den verdienten Triumph davon.


Die Inkarnation dieser Fußballauffassung trug den Namen Diego Maradona,
der sich als Spielmacher und Vollstrecker während der gesamten WM kein
einziges schwaches Spiel erlaubte.
Sowohl im Viertelfinale gegen England (2:1) als auch im Halbfinale gegen
Belgien (2:0) schoss er jeweils beide Treffer für seine Mannschaft.
Beim ersten Treffer gegen England nahm Maradona, vom Schiedsrichter unbemerkt,
die Hand zu Hilfe. Maradona, der zunächst alles abstritt, versöhnte
Freund und Feind mit den berühmt gewordenen Worten: “Es war ein Treffer
durch die Hand Gottes.•
Und dieses Zitat von der „Hand Gottes“ nahm seinerzeit die Weltpresse auf und
hat damit einen Inbegriff für die Hilfe Gottes geprägt. Was will uns das sagen?
Gott streckt seine helfende Hand aus – manchmal wie im Fall Maradona – noch
nicht mal von allen bemerkt. Gott bietet uns seine Hilfe an, in seiner Hand sollen
wir uns geborgen fühlen. Wärme und Nähe erfahren, Sicherheit in angstvollen
Situationen, die geprägt sind von Arbeitslosigkeit, Krankheit, innerer Zerstrittenheit,
Unsicherheit, wie es weiter gehen soll. Sein verlängerter Arm soll Frieden
bringen – inneren und äußeren und auf der ganzen Welt.
Doch es ist eine Hand, die gibt und die nimmt. Denn die Hand Gottes ist nicht
nur die stets Gebende, Gott fordert auch: unsere Haltung, unser Verhalten,
unsere Verantwortung, uns – als sein Ebenbild.


Text: Manfred Erwe, www.erwe.tv

Schlußgedanken

Dietrich Bonhoeffer schrieb diese Worte 1944 an seine Eltern
aus Verzweiflung und Hoffnung:


„Von guten Mächten treu und still umgeben,
behütet und getröstet wunderbar,
so will ich diese Tage mit euch leben
und mit euch gehen in ein neues Jahr.
Noch will das alte unsre Herzen quälen,
noch drückt uns böser Tage schwere Last.
Ach Herr, gib unsern aufgeschreckten Seelen
das Heil, für das du uns geschaffen hast.
Und reichst du uns den schweren Kelch, den bittern
des Leids, gefüllt bis an den höchsten Rand,
so nehmen wir ihn dankbar ohne Zittern
aus deiner guten und geliebten Hand.
Doch willst du uns noch einmal Freude schenken
an dieser Welt und ihrer Sonne Glanz,
dann wolln wir des Vergangenen gedenken,
und dann gehört dir unser Leben ganz.
Lass warm und hell die Kerzen heute flammen,
die du in unsre Dunkelheit gebracht,
führ, wenn es sein kann, wieder uns zusammen.
Wir wissen es, dein Licht scheint in der Nacht.
Wenn sich die Stille nun tief um uns breitet,
so lass uns hören jenen vollen Klang
der Welt, die unsichtbar sich um uns weitet,
all deiner Kinder hohen Lobgesang.
Von guten Mächten wunderbar geborgen,
erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist bei uns am Abend und am Morgen
und ganz gewiss an jedem neuen Tag.“

Die Texte und Bilder sind in diesem PDF File zusammengefasst.
Eckehard Zipper hat die Ausstellung organisiert und die Texte zusammengestellt.

Die Abbildungen der Skulpturen erfogen mit freundlicher Genehmigung der Künstlerin.


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