Liebe Freunde!
Wir treten in das dritte Millennium ein!
Wird die Silvestemacht eine "magische Nacht"? Ja, man lebt hier und da etwas
hektischer, etwas im Millennium Fieber, aber dennoch wird der 2000. Silvestertag ein Tag
wie jeder andere. Christen erinnem uns daran, dass Jesus vor 2000 Jahren in Betlehem geboren
wurde. Wir feiern mit, aber in Dankbarkeit, weil Gottes Sohn uns erschienen ist:
Die Menschenfreundlichkeit Gottes ist
uns erschienen.
Wir fragen uns: Was haben wir daraus gemacht?
Ein Kind fragte mich: " Pastor Rony, geht es nun gut oder schlecht mit Kirche und
Welt?" lch antwortete: "Gut und schlecht." Und so ist es.
Es ist für unsere Kirche keine schwarze Winterzeit, es wächst Grün an
den Bäumen. Sehen wir gut hin! Da ist die biblische und liturgische Erneuerung: Die
Bibel ist wichtiger als moralische Gesetze. Wir finden kein Hochamt mehr mit drei in Gold
und Brokat gekleideten Herren, aber Kindermessen, wo man mit Kindern auf den Altarstufen
sitzt. Ein Pfarrer kann nur noch leben mit Ehrenamtlichen und Laien die öfter mitgestalten.
Kirche ist schon !ange nicht mehr "Un Homme - Orchestre", "Ein- Mann-Sache"
der Priester. Überalt sind Familiengebete, Taizée Gruppen, eine Sehnsucht nach
Mystik, Spiritualität und Kontemplation. Noch nie war soviel Anteilnahme da, für
die Dritte und Vierte Welt, für marginale und am Rand lebende Menschen.
Ja, jedes Negative birgt wieder etwas Positives in sich. Für jeden abgestorben
Ast wächst wieder ein anderer junger Trieb. Es gibt sicher weniger Priester, aber
da stellt sich der Kirche; Gott sei bedankt, die Frage nach der Taufberufung eines jeden
Christen. Hoffentlich entdecken wir wieder die Verschiedenheit von Amt und Dienst, jeder
trägt unsere Kirche mit. Es gibt sicher in unserer Kirche spirituale Trockenheit,
innere Wüste, aber es gibt auch viele Oasen von Gebet und Spiritualität. Danke
für die letzten Frühschichten im Advent!
Sicher, es gibt große Einsamkeit in Kirche und Welt, aber noch nie waren so viele
Wegweiser auf dem Weg. Es ist wahr, daß viele Getaufte nicht evangelisiert sind.
Das Gras ist gelb geworden, aber sieht man nicht dazwischen das neue Grün. Da wachsen
giftige Pflanzen in unserem Garten am Ende des Jahrtausends, aber es wächst auch viel
Eßbares und Genießbares. An uns liegt die Aufgabe der Gartenarbeit.
"Die Zeiten sind schlecht!", sagen die Kulturpessimisten. Augustinus antwortet:
"Wir sind die Zeiten." Tun wir da etwas ? Danke für Eure Hilfe !
Führt Gott uns in eine neue Babylonische Gefangenschaft, wie früher Israel?
Der Prophet Daniel sagt: "Herr, wir haben nichts mehr, keine Tempel, keinen König,
keine heilige Stadt, keine Priester und keine Opfergaben." (Dn 3,38) Genau in dieser
Zeit haben die Propheten die mütterliche Seite von Gottes Liebe gelehrt. Vielleicht
kann dies heute auch geschehen. Daniel sagt auch: "Aber wir haben wohl ein niedriges
und demütiges Herz bekommen." (Dn 3,39)
Das ist nicht nur ein Gewinn, sondern lebensnotwendig für Gottes Volk.
Haben wir als reiche Kirche in Europa nicht viel zu viel Macht und deshalb gedacht,
dass wir alles alleine könnten in einem Establishment Christentum? Gott sei bedankt,
dass wir auf dem Weg sind, diesen Hochmut zu verlassen und wieder lernen, dass wir die
Unterstützung Gottes brauchen. Wenn wir das heute so sehen, ist es ist es keine Verarmung,
sondern Gewinn.
Pastor Rony Hermans
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