Statue des Mathaeus

Pastor Rony Hermans

Wir treten in das dritte Millennium ein!

Liebe Freunde!
Wir treten in das dritte Millennium ein!

Wird die Silvestemacht eine "magische Nacht"? Ja, man lebt hier und da etwas hektischer, etwas im Millennium Fieber, aber dennoch wird der 2000. Silvestertag ein Tag wie jeder andere. Christen erinnem uns daran, dass Jesus vor 2000 Jahren in Betlehem geboren wurde. Wir feiern mit, aber in Dankbarkeit, weil Gottes Sohn uns erschienen ist:

Die Menschenfreundlichkeit Gottes ist uns erschienen.

Wir fragen uns: Was haben wir daraus gemacht?

Ein Kind fragte mich: " Pastor Rony, geht es nun gut oder schlecht mit Kirche und Welt?" lch antwortete: "Gut und schlecht." Und so ist es.

Es ist für unsere Kirche keine schwarze Winterzeit, es wächst Grün an den Bäumen. Sehen wir gut hin! Da ist die biblische und liturgische Erneuerung: Die Bibel ist wichtiger als moralische Gesetze. Wir finden kein Hochamt mehr mit drei in Gold und Brokat gekleideten Herren, aber Kindermessen, wo man mit Kindern auf den Altarstufen sitzt. Ein Pfarrer kann nur noch leben mit Ehrenamtlichen und Laien die öfter mitgestalten. Kirche ist schon !ange nicht mehr "Un Homme - Orchestre", "Ein- Mann-Sache" der Priester. Überalt sind Familiengebete, Taizée Gruppen, eine Sehnsucht nach Mystik, Spiritualität und Kontemplation. Noch nie war soviel Anteilnahme da, für die Dritte und Vierte Welt, für marginale und am Rand lebende Menschen.

Ja, jedes Negative birgt wieder etwas Positives in sich. Für jeden abgestorben Ast wächst wieder ein anderer junger Trieb. Es gibt sicher weniger Priester, aber da stellt sich der Kirche; Gott sei bedankt, die Frage nach der Taufberufung eines jeden Christen. Hoffentlich entdecken wir wieder die Verschiedenheit von Amt und Dienst, jeder trägt unsere Kirche mit. Es gibt sicher in unserer Kirche spirituale Trockenheit, innere Wüste, aber es gibt auch viele Oasen von Gebet und Spiritualität. Danke für die letzten Frühschichten im Advent!

Sicher, es gibt große Einsamkeit in Kirche und Welt, aber noch nie waren so viele Wegweiser auf dem Weg. Es ist wahr, daß viele Getaufte nicht evangelisiert sind. Das Gras ist gelb geworden, aber sieht man nicht dazwischen das neue Grün. Da wachsen giftige Pflanzen in unserem Garten am Ende des Jahrtausends, aber es wächst auch viel Eßbares und Genießbares. An uns liegt die Aufgabe der Gartenarbeit.

"Die Zeiten sind schlecht!", sagen die Kulturpessimisten. Augustinus antwortet: "Wir sind die Zeiten." Tun wir da etwas ? Danke für Eure Hilfe !

Führt Gott uns in eine neue Babylonische Gefangenschaft, wie früher Israel?

Der Prophet Daniel sagt: "Herr, wir haben nichts mehr, keine Tempel, keinen König, keine heilige Stadt, keine Priester und keine Opfergaben." (Dn 3,38) Genau in dieser Zeit haben die Propheten die mütterliche Seite von Gottes Liebe gelehrt. Vielleicht kann dies heute auch geschehen. Daniel sagt auch: "Aber wir haben wohl ein niedriges und demütiges Herz bekommen." (Dn 3,39)

Das ist nicht nur ein Gewinn, sondern lebensnotwendig für Gottes Volk.

Haben wir als reiche Kirche in Europa nicht viel zu viel Macht und deshalb gedacht, dass wir alles alleine könnten in einem Establishment Christentum? Gott sei bedankt, dass wir auf dem Weg sind, diesen Hochmut zu verlassen und wieder lernen, dass wir die Unterstützung Gottes brauchen. Wenn wir das heute so sehen, ist es ist es keine Verarmung, sondern Gewinn.

Pastor Rony Hermans

Ihre Meinung zu dem Text


| Home > Site-Archiv > Pastor |