Plakat Kreisökumenetag

4. Rheinisch-Bergischer Ökumenetag in Overath

Ein persönliches Wort
zur Ökumene

Pfarrerin Patricia Thon

Ich bin froh, in Overath in einer gut funktionierenden Ökumene zu leben

Vielleicht wird es Sie wundern zu lesen, daß ich als evangelische Pfarrerin des 2. Pfarrbezirks der Kirchengemeinde Overath einmal katholisch war.

Als Jugendliche bin ich von einer Freundin in den Kindergottesdienst-Helferkreis der evangelische Gemeinde mitgenommen worden. Durch die ehrenamtliche Arbeit wuchs ich in die Jugendarbeit der Gemeinde hinein. Der Wunsch, Pfarrerin zu werden, konnte dann auch erst dort entstehen, denn in der katholischen Kirche wäre dies einer Frau nicht möglich.

Meine klare Entscheidung für die evangelische Kirche und die damit verbundene Kritik an einigen katholischen Positionen führten aber nie zu einer grundsätzlichen Ablehnung. Viel stärker haben sich mir die Gemeinsamkeiten im Glauben und im Glaubensleben eingeprägt (und ein wenig Kritik an der ein oder anderen evangelischen Position blieb natürlich auch nicht aus). Diese Gemeinsamkeit im christlichen Glauben hat für mich einen höheren Stellenwert als alle Unterschiede, die sich vorrangig auf ekklesiologische Fragen beziehen. Der Glaube an denselben Gott und die Gemeinsamkeit in Auslegung und Ethik verbinden uns.

Das findet auch in meiner Arbeit ihren Ausdruck. Ökumene liegt mir am Herzen. Ich selber kenne keine Berührungsängste, beide Konfessionen sind mir vertraut. In Gottesdienst und Messe habe ich das Gefühl von Heimat. Von daher bin ich in meiner Arbeit offen für alles, was Berührungsängste der Gemeinde abbaut und ein gegenseitiges Kennenlernen fördert.

Ich bin froh, in Overath in einer gut funktionierenden Ökumene zu leben. Als ich Kind war und auf der Straße spielte, war eine Frage, die wir Kinder uns gegenseitig stellten: "Bist du evangelisch oder katholisch?" Ich bin froh, daß diese Frage aus meiner Kindheit im Gemeindezentrum der Friedenskirche nicht gestellt wird.

Katholische Menschen kommen zu uns und wissen,
daß sie willkommen sind.
Das ist für mich lebendige Ökumene.


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