Plakat des Kreisökumenetages

4. Rheinisch-Bergischer Ökumenetag in Overat

"Vielfalt in der Einheit und Einheit in der Vielfalt"

Pastor Reimund Fischer

"Vater, ich will daß alle eins sind, damit die Welt glaubt, daß du mich gesandt hast!"
( Abschiedsrede Jesu)

Wir spüren die Diskrepanz - unser Versagen! Die letzten Worte von Menschen sind uns heilig - Jesu Abschiedsworte sollten es um so mehr sein.

Jesus spürt die Gefahr der Spaltung seiner Schwestern und Brüder. Er betet für uns! Die "Familie der Christen" ist heute schuldige Gemeinschaft, gespaltene Familie, angesichts derer es vielen heute tatsächlich schwer fällt, an Christus zu glauben!

Der Jesuitenpater Alfred Delp, in Berlin von den Nationalsozialisten hingerichtet, schrieb in einem seiner letzten Briefe aus dem Gefängnis: "Wenn die Kirchen der Menschheit noch einmal das Bild einer zankenden Christenheit zumuten, sind sie abgeschrieben!"

In den letzten Jahren gibt es immer mehr ermutigende Zeichen, gerade das Verbindende zu suchen, statt das Trennende zu betonen.Ökumene ist aber viel umfassender als nur die Beziehungen zwischen Katholiken und Protestanten. Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Nordrhein-Westfalen umfaßt 28 Mitglieder - nur einige wenige seien genannt:

  • Alt-Katholische Kirche,

  • Anglikanische Kirche,

  • Evangelisch-Methodistische Kirche,

  • Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden,

  • die ganzen orthodoxen Ostkirchen bis hin zur

  • Heilsarmee.

Der Einheitswille ist für die Zukunft des Christentums lebenswichtig - ja überlebenswichtig. Franz Xaver Kaufmann, einer der bekanntesten Soziologen, sagt dies aus seiner Sicht: "Die Zukunft des Christentums liegt einmal rein soziologisch betrachtet nur in der Einheit."

Ökumene muß darum unser gemeinsames Ziel sein. Ökumene heißt aber nicht vorschnell, alles in einen Topf zu werfen. Es kommt darauf an, den anderen erst einmal gründlich kennenzulernen und die Vielfältigkeiten als Bereicherung zu sehen: die eucharistischen Frömmigkeitsformen der Katholiken - die Bibeltreue und -liebe der evangelischen Christen - den persönlichen Einsatz der missionarischen Gemeinschaften!

Die Zielrichtung muß heißen:

Vielfalt in der Einheit
und
Einheit in der Vielfalt!

Ökumene ist dabei nicht nur die Aufgabe der Kirchenspitzen.
Ökumenisches Bewußtsein kann nur dann Frucht bringen, wenn es von allen Christen - auch und gerade von uns - mitgetragen wird.

Ökumene entscheidet sich an der Basis - am Leben vor Ort!


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